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Darmverfügbares Protein oder darmverdauliches Eiweiß: Wo liegt der Unterschied?

 

Milchkühe sind für Erhaltung und Leistung auf die Versorgung mit Bausteinen des Rohproteins, den Aminosäuren, angewiesen. Dabei ist die Aminosäuren Verfügbarkeit nach der Resorption vom Darm im Blut entscheidend.
Diese Menge an Aminosäuren werden unter dem Begriff DVE (= darmverdauliches Eiweiß) erfasst.

Leider wird diese Abkürzung DVE häufig mit "darmverfügbares Eiweiß" belegt.
Dieses ist fachlich nicht korrekt! Die Abkürzung DVE kommt aus dem Niederländischen und heißt dort "darmverteetbar Eiwit" und "verteetbar" bedeutet eindeutig "verdaulich" und nicht "verfügbar“; nachzulesen in jedem Wörterbuch.

Den Unterschied zwischen den beiden Begriffen macht das nachstehende Schema deutlich.

Darmverfügbares Protein oder darmverdauliches Eiweiß

Lassen sich darmverfügbares und darmverdauliches Protein vergleichen?

Im Prinzip nein. Es ist allerdings möglich - wenn entsprechende Angaben vorliegen - aus dem angegebenen Gehalt an darmverfügbarem Eiweiß den Gehalt eines Futters an darmverdaulichem Eiweiß abzuleiten.

Beispiel:

Angenommen, ein Hersteller gibt für ein Milchleistungsfutter u. a. folgende Werte an: 18 % Rohprotein, 65 % Abbaubarkeit, 110 g darmverfügbares Protein. 1 kg dieses Milchleistungsfutters enthält:
180 g Rohprotein x 35 % Beständigkeit = 63 g Futterprotein im Darm x 95 % Aminosäurengehalt x 85 % Verdaulichkeit = 51 g DVE aus dem Futterprotein.

Bei 110g darmverfügbarem Eiweiß stammen in diesem Beispiel 63 g aus dem Futterprotein, d.h. 47 g sind Mikroprotein. Also 47 g x 75 % Aminosäurengehalt x 85 % Verdaulichkeit = 30 g DVE aus dem Mikrobenprotein.

51 g DVE aus Futterprotein
+ 30 g DVE aus Mikrobenprotein
= 81 g DVE/kg Milchleistungsfutter

Weitere Beispiele lassen sich leicht nach diesem Schema berechnen.
Wichtig ist: Der Gehalt eines Milchleistungsfutters an DVE lässt sich analytisch nicht nachweisen, sondern nur aus der Zusammensetzung abschätzen.

Noch wichtiger ist: Die Angabe des DVE-Gehaltes allein nutzt dem Landwirt überhaupt nichts! Für eine Rationsempfehlung müssen sämtliche Rationskomponenten nach diesem System eingeschätzt werden. MUSKATOR Rationsempfehlungen gehen noch weiter und versuchen, möglichst viele Parameter der mikrobiellen Pansengärung zu erfassen und in die Empfehlung einzubeziehen (z. B. OEB-Wert, FOS-Gehalt, usw.)

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