Mastitis
Mastitis – jedem Betrieb geht viel Geld verloren!
Status der Milchviehherden in Niedersachsen
- 80 % erkrankte Euterviertel
- 50 % klinische Mastitisfälle/Laktation
- 50 % aller Färsen kalben euterkrank ab
- 25 % Remontierung durch Eutererkrankungen
Geschätzter Schaden durch Mastitiden: ca. 269 Euro/Kuh/Jahr.
Einflussgrößen auf die Infektionsanfälligkeit des Euters
- Zitzen und Euterbelastung
- Infektionsgeschehen in der Herde (BVD, Rindergrippe, Klauenprobleme)
- Stoffwechselstörungen
Infektionsdruck durch die Einstreu
- Sägemehl: Tripsiellen als Erreger
- Stroh: Streptokokken als Erreger
Ursachen für den Anstieg der Neuinfektionsrate in der frühen Trockenperiode
- Spüleffekt durch das Melken fehlt
- Euterreinigung und Zitzendesinfektion fehlt
- Zitzenkanal wird gekürzt und geweitet durch den steigenden Euterinnendruck
- Fresszellen entfernen die Milchreste und stehen zur Keimabwehr nicht zur Verfügung
- Hoher Euterinnendruck verhindert Botenstoffmeldung an das Immunsystem
Jede 4. Infektion ist hausgemacht; Erregerübertragung mit der Kanüle des Trockenstellers.
Wann kann auf Trockensteller verzichten werden?
Bei Zellzahlen unter 100.000
Folgerung für die Praxis
Die Heilung von Mastitiden ist unwahrscheinlich bei
- 2 erkrankten Eutervierteln
- mehr als 1 Mio. Zellen
- Knoten im Euter
- 2 Vorbehandlungen in der letzten Laktation
Umwelt optimieren
- Hygienische Geburtshilfe
- Klauengesundheit optimieren
- Ketosecheck in der 1. Laktationswoche
- Hygienische Liegeboxen
Hinweise zum Trockenstellen
- Gut ausmelken
- Zitze tauchen
- Zitze abtrocknen lassen
- Einweghandschuhe benutzen
- Zitzenspitze sehr sorgfältig desinfizieren (Einwegpapier mit 70 %igem Brennspiritus)
- Zum Melker hin arbeiten (mit dem entferntesten Viertel beginnen)
- 1 Injektor je Viertel einsetzen
- Kurzkanüle einsetzen
- Zum Schluss noch einmal dippen
Häufigkeit von Euterentzündungen bei Erstlaktierenden
- Erkrankte Tiere: 26,0 - 98,6 %
- Erkrankte Viertel: 18,6 - 86 %
- Anteil klinischer Fälle: 13,5 - 95 %
Risikofaktoren für Euterentzündungen bei Färsen
- Abkalbung im Sommer
- Milchlaufen vor der Abkalbung
- Ausgeprägte Euteroedeme
Maßnahmen zur Reduzierung der Mastitiden bei Färsen
- Niedriges Abkalbealter
- Optimale Haltungsbedingungen
- Rechtzeitige Eingewöhnung in die Herde 21 - 14 Tage vor der Abkalbung
- Färsen nicht mit Trockenstehern zusammen halten (Infektionsrisiko)
- Melken von Färsen, die die Milch stark laufen lassen
- Regelmäßiges Zitzendippen mit einem geeigneten Mittel
- Antibiotische Therapie nach bakteriologischem Befund (Tierarzt)
- Anmelken nur bei Problemen
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