UDP
Pansenbeständiges Protein (UDP) – was ist das eigentlich und wie wird es optimal eingesetzt?
Auch Wiederkäuer sind wie alle anderen Nutztierarten auf die ausreichende Versorgung mit den Eiweißbausteinen, den Aminosäuren angewiesen. Das mit dem Futter aufgenommene Rohprotein wird im Pansen durch die mikrobielle Tätigkeit mehr oder weniger stark abgebaut und zu mikrobiellem Eiweiß neu aufgebaut. Dabei entstehen Verluste in Form von NH3, die die Kuh zusätzlich belasten. Um möglichst große Mengen des z. T. wertvollen Futterproteins für die Kuh nutzbar zu machen, wird über Eiweißquellen diskutiert, die den Pansen ohne großen Abbau passieren, also eine niedrige ruminale Abbaubarkeit haben. in der Fachsprache verwendet man heute den Begriff UDP als Prozent des Proteins, welches nicht im Pansen abgebaut wird.
Neben der Rohstoffauswahl kann die Behandlung von Proteinträgern zu einer Veränderung der Abbaurate im Pansen führen. Muskator setzt in einigen Produkten Soypass ein. Durch den Zusatz einer natürlichen Holzzuckerlösung zu Sojaschrot verringert sich die Abbaurate auf 30 % ( UDP = 70 %).
Das Verfahren ist patentrechtlich geschützt.
Eine weitere hervorragende, aber sehr teure Komponente ist der Gelbmaiskleber.
Gut geeignet für Milchleistungsfutter, speziell für den Hochleistungsbereich, sind folgende Komponenten, die MUSKATOR in unterschiedlichen Anteilen in ELITE-Milchleistungsfuttern einsetzt:
| Komponente | Pansenbeständigkeit RP |
DVE g/kg |
OEB g/kg |
| Sojaschrot | 40 % | 235 | 180 |
| Geschützter Rapsschrot | 65 % | 215 | 40 |
| SOYPASS | 70 % | 360 | 60 |
| Gelbmaiskleber | 70 % | 440 | 95 |
Was ist beim Einsatz von geschützten Proteinträgern zu beachten?
Ziel des Einsatzes von geschützten Produkten ist eine optimale Versorgung der Kuh mit Aminosäuren für Erhaltung und Milchbildung.
Für eine hohe Leistung der Kuh muss aber auch unbedingt darauf geachtet werden, dass die N-Versorgung der Pansenbakterien gesichert ist. Ein zu hoher Anteil an "geschützten Komponenten" im Milchleistungsfutter und in der Gesamtration kann wegen des dadurch hervorgerufenen N-Mangels im Pansen zu einer verminderten Tätigkeit der Pansenbakterien und zu einer suboptimalen mikrobiellen Eiweißsynthese führen, auch dann, wenn ausreichend Energie in Form von FOS zur Verfügung steht. Die Pansenbakterien können im Extremfall auch "verhungern", wenn nur sehr wenig Stickstoff zur Verfügung steht.
Die Leistung der Kuh bricht zusammen, und der Einsatz der teuren, geschützten Komponenten ist umsonst!
Schutz vor ruminalem Abbau ist nicht alles und allein kein Qualitätskriterium!
Bei der Zusammenstellung der Gesamtration muss daher besonders im Hochleistungsbereich unbedingt geachtet werden auf
- ausreichende N-Versorgung der Pansenbakterien OEB-Wert mind. 700 g
- ausreichende Energieversorgung der Pansenbakterien FOS-Wert mind. 580 g/kg, Stärke mind. 150 - 220 g/kg, Zucker mind. 40 - 100 g/kg bei ausreichender Rohfaser und Strukturversorgung
Erst eine leistungsgerechte und ausgewogene Gesamtration führt zum Erfolg.
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