Biestmilcheinsatz
Gezielter Biestmilcheinsatz zur Vorbeugung von Durchfallerkrankungen mit Muskator pH-control
Zur Vorbeugung gegen Frühdurchfälle hat sich die frühzeitige Kolostrumgabe und die Verabreichung von Mischkolostrum mit einer Muskator pH-control gesäuerten Tränke von 4,5 pH-Wert bewährt. Die Ansäuerung der Milch führt zu einer sicheren und vollständigen Gerinnung im Labmagen und bietet den Durchfallerregern im Darm keine Chance.
- Die Geburt muss in einem hygienisch einwandfreien Abkalbestall stattfinden. In der Anbindehaltung sind gute Bedingungen während der Kalbung zu gewährleisten.
- In Problembetrieben sollte neugeborenen Kälbern in den ersten Lebensstunden 2 Mio. I.E. wasserlösliches Vitamin A oral verabreicht werden.
- Mindestens 1 bis maximal 2 Liter Biestmilch über die Nuckelflasche in den ersten 2 Stunden nach der Geburt geben. Diese Maßnahme stellt eine garantierte Aufnahme der Biestmilch sicher.
- Das Anlegen eines Biestmilchdepots von Kühen mit mind. 3 Kalbungen - d.h. Biestmilch in Plastikflaschen einfrieren; in Problembetrieben besonders zu empfehlen.
- Bei Färsenkälbern kann ergänzend auch 1 l Biestmilch von älteren Kühen des Bestandes - aufgetaut aus dem Biestmilchdepot - den Immunitätsschutz verbessern.
- Nach einem halben Tag wird das trockene Kalb in eine saubere, desinfizierte, gut eingestreute Außenhütte oder einen gut gelüfteten zugfreien Kälberstall in Einzelboxen gebracht und noch-mals mit 1,5 l Biestmilch versorgt.
- Ab der 2. Lebenswoche wechseln die Kälber in die Gruppenhaltung. In der Gruppe fressen Kälber besser "festes Futter".
- Vom 2. Gemelk lässt man für die nächste Mahlzeit in der Kälberküche die Biestmilch auf Raumtemperatur (18 – 20 °C) abkühlen, um bei Zusatz von Muskator pH-control (7ml/l) eine leichte Gerinnung des Kaseins zu vermeiden. Bei Fleckviehkälbern sind 4 - 5ml/l Muskator pH-control optimal, um eine bessere Aufnahme zu gewährleisten.
- Die gesäuerte Biestmilch (18 – 20 °C) wird über Nuckeleimer - je Mahlzeit 2,5 – 3 l mit Muskator pH-control - angeboten. Durch die Biestmilchansäuerung mit pH-control vom letzten Gemelk bei Raumtemperatur kann die Tränkeverabreichung unabhängig vom aktuellen Melken erfolgen.
- In größeren Beständen mit hoher Abkalbedichte besteht auch die Möglichkeit, von den jeweils zuletzt gekalbten Kühen täglich bis zu einem ½ Liter Biestmilch zur normalen Milchtränke während der ersten Lebenswoche anzubieten.
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